Pfalz Scheurebe

Die Scheurebe, eine weiße Rebsorte deren Duft man sich nur schwer entziehen kann, erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit. Häufig wird sie als ‚kleine deutsche Schwester des Sauvignon Blanc‘ bezeichnet, da sie diesem geschmacklich ähnelt, aber immer noch eine recht junge Rebsorte ist. Ihr Anteil an der gesamten deutschen Weinbaufläche beträgt aktuell 1,4%. Lange Zeit ist man davon ausgegangen, dass die Neuzüchtung aus Riesling und Silvaner besteht. 2012 ergaben DNA-Analysen jedoch, dass es sich bei der Scheurebe um eine Kreuzung von Riesling und Bukettrebe handelt. Durch ihre Platzierung in der Kreuzungsserie war sie früher auch als ,S 88' oder ,Sämling 88' bekannt. Durch die vielfältigen Ausbaumöglichkeiten gefallen diese Weine vom Aperitif bis hin zum Dessert.

Scheurebe – Blumiges Geschmackserlebnis

Gezüchtet wurde die Scheurebe im Jahre 1916 von Georg Scheu, dem sie auch ihren Namen verdankt, in der Landesanstalt für Rebenzucht in Alzey. Die Weine der Scheurebe werden meist als Prädikatsweine angeboten und variieren zwischen der lieblichen und süßen Geschmacksrichtung. Je nach Qualität schwankt die Farbausprägung von blassgelb über strohgelb, bis hin zu intensivem goldgelb. Die Weine zeichnen sich durch ihr breites Aromenspektrum aus, welches mit Cassis, Pfirsich, Mandarine oder Mango einiges bietet. Die edelsüßen Varianten profilieren sich neben ihrer langen Haltbarkeit vor allem auch über das intensive Pfirsicharoma und den Rosenduft. Durch die verschiedenen Ausbaustile und Qualitätsstufen der Scheurebe ist sie vielseitig verwendbar und kombinierbar. Der trockene Kabinettwein eignet sich als Wein für zwischendurch oder eine gesellige Runde am Abend, wohingegen die trockenen bis halbtrockenen Spätlesen ideale Speisenbegleiter, bspw. zu würzigem Geflügel- und Fischragout oder der asiatischen Küche, sind. Zu fruchtigen Desserts passen die edelsüßen Spätlesen und Auslesen am besten.

Pfälzer Weine – Scheurebe

Aktuell wird die Scheurebe auf etwa 1.600 ha angebaut: Rheinhessen mit 1.000 ha und die Pfalz mit 400 ha teilen sich die Hauptanbaufläche. Sie stellt beinahe so große Ansprüche an ihren Standort wie der Riesling – ihre Traubenreife wird kurz vor der des Rieslings erreicht. Einige der besten Weine der weißen Rebsorte kommen aus der Pfalz und im internationalen Vergleich wird die Scheurebe auch manchmal als Sauvignon der Pfalz dargestellt. Mit ihrem ungewöhnlich blumigen Aroma, ist die Sorte nicht Jedermanns Liebling, dennoch haben viele Pfälzer Winzer ihr Potential erkannt und sich auf ihren Anbau spezialisiert.